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Eklat im Landesförderzentrum Sprache

Mit den Worten „Sie sind nicht eingeladen!“ verweigerte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Heike Franzen gestern dem 2. Vorsitzenden des Landeselternbeirats der Grundschulen und Förderzentren (LEB) Thomas Waskow die Teilnahme an einer Gesprächsrunde zum Erhalt des Landesförderzentrums.

Gestern, am 8.4.2011, wurde das Landesförderzentrum Sprache in Wentorf erneut von der CDU-Landtagsfraktion besucht, um über die geplante Verlagerung nach Schleswig zu sprechen. Mit deutlichen Worten warf Frau Franzen dabei den 2. LEB-Vorsitzenden Thomas Waskow aus der Versammlung. Ebenso wie Innenminister Klaus Schlie, der gleichzeitig der örtliche Wahlkreisabgeordnete ist, wollte auch Frau Franzen den Landeselternbeirat nicht dabei haben. Dabei hatte der Schulelternbeirat den Landeselternbeirat um Teilnahme und Unterstützung in dieser schwierigen Situation gebeten.

„Wir fragen uns, ob das nun der neue Umgang der CDU mit den Elternvertretern ist? Insbesondere fragen wir uns das, da Frau Franzen - wie sie immer wieder betont – selbst einmal LEB-Vorsitzende war. Oder hat die CDU Angst, sich den kritischen Fragen des Landeselternbeirat vor Ort zu stellen?“ fragt sich Thomas Waskow. Alle anderen Parteien hätten jedenfalls keine Probleme mit der Anwesenheit des Landeselternbeirats gehabt.

Der 1. Vorsitzende des Landeselternbeirats Henning Nawotki zeigt sich empört über den Vorgang. „Wir sind ständig um eine gute Kommunikation und ein konstruktives Verhältnis zur Politik bemüht. Unlängst hat die CDU-Landtagsfraktion in einem Gespräch, an dem der Fraktionsvorsitzende Dr. Christian von Boetticher und Frau Franzen teilgenommen haben, erklärt, dass der CDU ein gutes Verhältnis zu den Elternvertretern wichtig sei. Wenn aber nun eine Landtagsabgeordnete den Landeselternbeirat aus einem Gespräch in einem Landesförderzentrum wirft, dann spricht das eine ganz andere Sprache. Dazu haben wir die CDU-Fraktion schriftlich um Erklärung gebeten. Frau Franzen als Abgeordnete für den Wahlkreis „Schleswig-Nord“ sollte sie auch die Frage beantworten, ob sie die Gespräche wirklich ergebnisoffen führen wollte. Denn schließlich soll das Förderzentrum nicht irgendwo hin gehen sondern genau nach Schleswig umziehen.“

Landesförderzentrum Sprache in Wentorf erhalten!

Stellungnahme FZ WentorfStellungnahme und 4.000 Unterschriften an

Ministerpräsidenten und Bildungsminister übergeben

Der Landeselternbeirat der Grundschulen und Förderzentren in Schleswig-Holstein (LEB) spricht sich dafür aus, das erfolgreiche Landesförderzentrum Sprache in Wentorf unbedingt zu erhalten. Dazu hat der LEB am Sonnabend seine Stellungnahme und 4.000 Unterstützungsunterschriften an Ministerpräsident Peter Harry Carstensen sowie Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug übergeben.

 Für den LEB sind vier Punkte zentral:

 ·         Die Landesregierung will zukünftig 60% der Schüler mit besonderen Sprachproblemen, die sonst nach Wentorf gegangen sind, dezentral in den Kreisen und kreisfreien Städten unterrichten lassen. Dabei wissen die Kommunen bislang nicht, was auf sie zukommt. Dabei müsste das Angebot nach den Sommerferien stehen. Das ist unrealistisch.

 ·         Das Förderzentrum hilft seit fünfzig Jahren Schülern in Wentorf dabei, überhaupt sprechen zu können. Den Kindern wird es in einer besonderen Atmosphäre ermöglicht, im Anschluss auf „ganz normale“ Schulen zu gehen. Das darf nicht kaputtprobiert werden.

 ·         Die Landesregierung will mit der Schließung viel Geld einsparen und rechnet mit Zahlen des Landesrechnungshofes. Dabei hat der Landesrechnungshof die Einsparungen für ein ganz anderes Szenario ausgerechnet.

 ·         Am 31.3.2011 hat das Bildungsministerium erklärt, dass am 7.4.2011 nur noch formal entschieden werden wird. Damit wäre die Entscheidung gezielt ohne echte Elternbeteiligung gefällt worden. Das darf es nicht geben.

Dazu erklärt der LEB-Vorsitzende Henning Nawotki: „Wir können die Pläne nicht nachvollziehen. Dass die Landesregierung das erfolgreiche Landesförderzentrum ab dem kommenden Jahr in Wentorf auslaufen lassen will und zu großen Teile in die Kreise abgeben will, ist widersinnig. Das Ganze wird ein Riesenflop zu Lasten gerade der Kinder werden, die sich nicht artikulieren können. Wir fordern daher die Landesregierung auf, die Schließungspläne für Wentorf aufzugeben. Der LEB hat dem Minister 4.000 Unterstützungsunterschriften übergeben, die die Bedeutung des Standortes zusätzlich betonen. Diese zeigen deutlich, dass nicht nur den Eltern vor Ort Wentorf wichtig ist.“

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